Historie - Werdegang der Firma Hermann Wahl

Mit der Ausstellung des Gewerbescheines zum Handel mit "unedlen Metallen und Lumpen" begann für den damals 21-Jährigen Hermann Wahl der Einstieg in die Selbständigkeit. Seine Eltern betrieben in Limburg die Kiesbaggerei in der Lahn. In den ersten Jahren nach dem Krieg arbeitete auch er im elterlichen Betrieb.

Anfangs fuhr der junge Unternehmer die Ortschaften der Umgebung von Limburg ab, sammelte Metalle und Lumpen und veräußerte diese. In den Monaten vor Weihnachten organisierte Hermann Wahl das Aussuchen, Schlagen den Transport und den Verkauf von Weihnachtsbäumen in der Limburger Innenstadt. Auch sonst war der kleine Mann aus der Limburger Altstadt ständig auf der Suche nach Arbeit für sich und seine Helfer. So war er der erste Limburger Unternehmer, der die entsprechende Befugnis besaß, um die Entsorgung des immer größer werdenden Abfalls durchführen zu können. In Zeiten als es noch keine Kübel gab, in denen der Abfall entsorgt wurde, war der Transport des Abfalls noch Handarbeit im wahrsten Sinne des Wortes. Jahrelang erledigten die Mitarbeiter der Firma Wahl diese so wichtige Arbeiten der Entsorgung der Abfälle. Zur Kundschaft gehörten damals u. a. Druckereien, Bücher- und Zeitschriftenläden (bei denen das Altpapier entsorgt wurde), Lebensmittelgeschäfte, die Autobahnraststätte und auch das Limburger Krankenhaus, bei denen der Abfall entsorgt wurde.

Mit dem Erwerb des ersten Lastkraftwagens - einem Hanomag-Hentschel - war Hermann Wahl erstmals in der Lage auch größere Transporte durch zu führen. So fuhr er mit seinem LKW Baumaterialien aber auch Bauschutt und lieferte für ein Limburger Unternehmen die Kohlen und Briketts aus. Er transportierte an den Wochenenden Getränke zu den Kirmes- und Festveranstaltungen der Region - aber auch die Kanus des Limburger Kanuclubs wurden von Hermann Wahl (meist sonntags) wieder sicher an ihren Heimathafen zurück gebracht. Auch für die Beschicker des Limburger Wochenmarktes war er stets ein zuverlässiger Partner. Dreimal in der Woche fuhr er morgens um 4 Uhr zur Großmarkthalle nach Frankfurt, um dort die Waren für die Limburger Händler abzuholen.

Im Jahr 1961 pachtete er den Platz in der Frankfurter Straße 81. Hier stellte er nicht nur einen LKW ab, sondern errichtete sich Lagermöglichkeiten für seinen Handel. Seine Tätigkeiten passte er stets den sich ändernden Anforderungen der Gesellschaft an. Mit dem Erwerb eines weiteren, größeren LKW weitete der Firmengründer auch sein unternehmerisches Betätigungsfeld aus. Er hatte erkannt, dass in der immer größer werdenden Stadt Limburg ein Dienstleister fehlte, der die Umzüge organisierte und sowohl für Firmen als auch Privatleute abwickelte. In dieses neue Geschäftsfeld investierte der vielseitige Unternehmer seine ganze Energie ohne die althergebrachten Leistungen zu vernachlässigen. Im Laufe der Zeit baute er den Firmensitz in der Frankfurter Straße immer mehr aus. So vergrößerte sich der Fuhrpark stetig - er kaufte Anhänger (und verlieh diese) - er schaffte Lagerraum (um Möbel zu lagern) und er verbesserte die Ausstattung der LKWs, die er bei den Umzügen einsetzte stetig. Um für seine Mitarbeiter das Arbeiten zu erleichtern, tat der Firmenchef alles. Aber auch zum sorgfältigen und sicheren Transport der Umzugsgüter tat der umsichtige Unternehmer vieles. So führte er schon in frühen Jahren Umzugskartons ein, die er seinen Kunden zum Packen der Utensilien zur Verfügung stellte. So schaffte er Kleider- und Glaskisten, verschiedene Ausführungen von Sackkarren, Möbelbretter mit Rollen und Decken (zum Einpacken der Umzugsgegenstände) an. Die Aufbauten der LKWs wurden mit breiten Treppen bestückt und tragen so wesentlich zum sicheren Be- und Entladen bei. Bereits im Jahr 1981 begann die Tochter von Hermann Wahl - Irene Schneider geb. Wahl - ihre Tätigkeit im elterlichen Unternehmen. Sie war es, die alle Lehrgänge und Schulungen besuchte, um die erforderlichen Lizenzen zu erwerben, um den sich stetig steigenden Anforderungen der Behörden gerecht zu werden. Ein Unterfangen, das bis in die heutige Zeit geht. Im Besonderen die Anforderungen die von der Abfallwirtschaftsbehörde an die Unternehmen gestellt werden, um die Berechtigung für den Transport von Abfallprodukten auf dem neuesten Stand zu erhalten, nehmen viel Zeit und Kosten in Anspruch. Aber auch hier war und ist es immer der Firma Hermann Wahl wichtig gewesen, die entsprechenden Lizenzen zu erwerben und auf dem aktuellen Stand zu halten. Seit dem plötzlichen Tod ihres Vaters, im Jahr 1995, leitet Irene Schneider die Firma Hermann Wahl.

Im Jahr 2001 trat mit Olaf Hermann Kunz der Sohn der Firmeninhaberin in das Unternehmen ein. Durch den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker (Bereich LKW) schaffte er die Grundlagen für seinen weiteren beruflichen Werdegang. In den letzten Jahren hat er bereits zahlreiche Lehrgänge und Prüfungen absolviert, um stets auf dem neuesten Stand zu sein. In all den Jahren war die Firma Hermann Wahl stets bemüht, ihren zahlreichen Mitarbeitern ein guter und sozial eingestellter Arbeitgeber zu sein. Neben den meist drei bis vier in Vollzeit angestellten Mitarbeitern beschäftigt die Firma weitere langjährige Aushilfen als Mitarbeiter, die bei Bedarf zum Einsatz kommen. Die Ausbildung der Mitarbeiter wird stets gefördert, um den Anforderungen der anfallenden Arbeiten gerecht zu werden.